Athen Team

Segen spenden in Athen

Jana berichtet vom Einsatz ihres Teams in Athen.


Das Blessing Project in Athen hat sich aufgemacht, um 7 Tage lang Flüchtlingen da zu begegnen, wo sie sich versteckt halten und wo sie scheinbar vergessen wurden. Wir haben uns Zeit genommen, um uns mit ihnen auszutauschen, ihre Geschichten zu hören und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Auch die Versorgung mit Essen, Medizin und Hygieneartikeln war ein wichtiges Anliegen – so wollten wir ganz praktisch ein Stück Himmel in Athen sichtbar machen.

Vor Ort haben wir mit einer afrikanischen Gemeinde zusammengearbeitet, die insbesondere beim Kochen die Federführung übernommen hat. So konnten wir die Flüchtlinge mit Essen aus ihrerm jeweiligen Heimatland versorgen, was entschieden zum Erfolg des Einsatzes beigetragen hat.

Nachdem wir am Samstag und Sonntag Zeit hatten in Athen anzukommen und in zwei afrikanischen Gottesdiensten schon Flüchtlinge kennen gelernt haben, ging unsere Arbeit am Montag dann richtig los.

Gemeinsam mit Michel machten wir uns auf den Weg zur Wohnung von Grace und Glori, zwei Schwestern aus dem Kongo, die seit einigen Monaten in Athen sind und mit Gloris kleinen Sohn in einer Kellerwohnung leben. Wir hatten die beiden Frauen schon am Sonntag kennengelernt. Der Plan war mit ihnen zusammen einzukaufen und für etwa 20 Leute zu kochen. Aber wir hatten schon in den letzten beiden Tagen gelernt, dass Pläne dafür da sind geändert zu werden. Und so kam es, dass wir nicht mit 20 Leuten in der kleinen Wohnung aßen, sondern mit ca. 50 Leuten in der Gemeinde leckeres afrikanisches Essen verspeisten. Es war trotzdem genug da und Glori erzählte begeistert, dass Gott das Essen vermehrt hat.

Dieser Tag ermutigte uns als Team. Wir konnten die Menschen nicht nur mit einem leckeren Essen aus ihrer Heimat segnen, sondern auch mit einem neuen Gasherd, großen Kochtöpfen und scharfen Messer.

Am Dienstag waren wir in einer Wohnung mit Flüchtlingen aus Burkina Faso und der Elfenbeinküste. Wie viele Menschen tatsächlich in der Wohnung leben, war schwer zu sagen. Aber irgendwoher kam immer noch eine Mutter mit Kind. Ruki, die „Chefin des Hauses“, zeigte uns wie man sich kleine Kinder auf den Rücken bindet und wie man in Burkina Faso tanzt. Ihre Fröhlichkeit und ihr Optimismus waren ansteckend. Während sie mit einem Teil unseres Teams loszog um einzukaufen, spielte der Rest von uns mit den Kindern. Da es in der Wohnung ziemlich eng war, beschlossen wir in den nächsten Park zu gehen. Wir hatten für die Kinder Seifenblasen und Luftballons mitgebracht. Schnell kamen andere Kinder dazu. Erstaunt erlebten wir, wie sehr sich die Kinder über Seifenblasen freuten und was für ein wertvoller Besitz ein Luftballon sein kann. Trotz Sprachschwierigkeiten haben wir es gemeinsam geschafft ein paar Spiele zu spielen. Auch ein Teenagermädchen aus Syrien spielte bei ‚Katz und Maus‘ mit und hatte viel Spaß dabei. Während die Kinder mit uns spielten, schliefen einige der Eltern auf Bänken oder Decken. Der Park war ihre Wohnung. Und auch wenn sie an diesem Nachmittag wahrscheinlich nicht viel Schlaf bekommen haben, weil die Kinder so laut spielten, freuten sie sich doch auch, dass ihre Kinder etwas Abwechslung hatten.

Mittwoch sollte unser Einkaufstag werden, da wir Freitag für ca. 100 Leute kochen würden und deshalb frühzeitig alle Lebensmittel besorgen wollten. Es würde ein entspannter Tag werden, wir würden früher als sonst zurück im Hotel sein. So dachten wir zumindest… Wir trafen uns mit Veronice und drei weiteren Frauen aus ihrer Gemeinde. Sie waren sehr gut organisiert und hatten schon eine Einkaufsliste erstellt. Wir zogen also los. Erst zum Fleischmarkt um Hühnchen, Rindermagen und Hackfleisch zu kaufen. Dann weiter zum Fischmarkt, zum Obst- und Gemüsemarkt. Reis und Gewürze wurden eingekauft. Anschließend ging es mit dem Bus und vielen Tüten zum afrikanischen Laden. Dann zu einem anderen afrikanischen Laden. Nach ca. 6 Stunden Tüten schleppen und Warten waren wir endlich fertig. Jetzt mussten wir noch einmal durch Athen fahren, um die Lebensmittel zu verteilen. Am Freitag würde nämlich in drei Wohnungen gekocht werden. Nach ca. 4-5 Stunden war auch das erledigt und wir machten uns erschöpft auf den Heimweg. Dieser Tag war wohl der anstrengendste und herausforderndste und wir alle lernten ein bisschen afrikanische Gelassenheit. Und der eine oder andere von uns bereute seine Fremdsprachenwahl in der Schule: Französisch wäre jetzt so viel hilfreicher gewesen als Latein.

Am Donnerstag waren wir wieder in einer Wohnung, in der Kongolesen lebten.

Während die Frauen gemeinsam kochten, saßen die Männer im Wohnzimmer und erzählten aus ihrem Heimatland und der Flucht. Sandy erzählte ihnen eine Geschichte aus der Apostelgeschichte und gemeinsam wurde gebetet und über Gott geredet. Die Geschichten der Menschen waren berührend und ihr Gottvertrauen trotz, oder gerade wegen ihrer schwierigen Situation war eine große Ermutigung für uns.

Im Anschluss an das Essen zeigte Rob, der aus Berlin zu unserem Team dazu gestoßen war, den Männern im Hausflur einen Jesusfilm auf Französisch und die Frauen nahmen das Wohnzimmer in Beschlag. Wir beteten für die Frauen und ihre Familien und schenkten ihnen Beauty Bags, die wir von Casanova gespendet bekommen hatten. Nicht nur bei den afrikanischen Frauen flossen Tränen der Dankbarkeit. Auch wir waren dankbar den Tag mit diesen beeindruckenden Frauen zu verbringen. Obwohl in der winzigen Wohnung mit einem Bett bereits 5 Menschen lebten, nahmen sie noch Mimi auf. Mimi war an diesem Tag in Athen angekommen. Sie ist im 5. Monat schwanger und hat die letzten Wochen und Monate auf der Flucht verbracht. Zu Fuß und mit Boot war sie alleine unterwegs, während ihr Mann im Kongo geblieben ist. Das Geld reichte nur für ihre Flucht. Als sie an diesem Tag früh morgens in Athen ankam, wusste sie noch nicht wo sie schlafen würde, aber ein Bekannter ihres Bruders erzählte ihr, dass in dieser Wohnung auch Kongolesen lebten. Sie wurde sofort aufgenommen und bekam zumindest für diesen Tag Essen und eine Unterkunft. Zu sehen, wie die Flüchtlinge das wenige, dass sie haben, teilen, war beeindruckend.

Freitag wartete der Höhepunkt, unser großes Abendessen in der Gemeinde auf uns. Nachdem wir den halben Tag beim Kochen geholfen hatten (also Gemüse geschält und klein geschnitten haben), ging es abends zum Gottesdienst. Wie immer waren wir zu spät. Wir haben uns schnell an die afrikanische Zeit angepasst.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es endlich Essen. Der Abend war ein wunderbarer Abschluss unsrer Woche mit den Flüchtlingen. Viele Familien, die wir in dieser Woche kennengelernt haben, waren gekommen. Es war schön, sie noch einmal zu sehen und mit ihnen zu essen.

Zum Abschluss haben wir gemeinsam den Kia-Tanz eingeübt und weiteren Frauen die Beauty Bags geschenkt. Und dann hieß es leider schon Abschied nehmen. So viele beeindruckende Menschen, so viele Schicksale, so viel Gottvertrauen.

Unsere Woche in Athen war ein Erfolg. Viele Menschen hatten diese Woche ‚dinner with Jesus‘. Sie haben einen kleinen Hoffnungsschimmer bekommen und ein Stück Himmel auf Erden erlebt. Auch wenn es vielleicht manchmal so schien, als ob wir doch eigentlich nichts Besonderes machen außer einfach nur einkaufen und kochen, so zeigte uns das Feedback, das wir bekamen, doch dass es richtig war. Viele der Flüchtlinge haben kaum genug für ihr tägliches Leben. Zumindest in dieser Woche haben sie einmal wieder ihr Lieblingsessen aus ihrer Heimat gegessen und Gottes Liebe erlebt.

Wir möchten uns herzlichst und ausdrücklich bei allen Unterstützern, Betern und Spendern bedanken. Wir können nur dankbar und froh darüber sein, was ihr ermöglicht habt!


Mehr Informationen zu unseren Hilfseinsätzen findest du unter www.kircheinaktion.de/hilfseinsaetze-2015/

Fotos und kleine Eindrücke gibt es (auch ohne Anmeldung) auf Facebook: www.facebook.com/pages/The-blessing-Project-Athen-Griechenland

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» KiA goes World » Segen spenden in Athen
On 19.08.2015

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