Raum für Offenheit

photo-1507138086030-616c3b6dd768.jpeg

Der Saal duftet nach frisch gekochtem Kaffee. Kuchen, Brot und diverse Aufstriche stehen schon zum Verzehr bereit. Es sind diese paar Stunden in der Woche, die die Möglichkeit bieten, den verschiedensten Menschen zu begegnen. Sie bieten den Raum, um sich einfach mal gemütlich zu unterhalten und sich näher kennenzulernen. Hier treffen die verschiedensten Menschen aufeinander und da das Essen kostenfrei ist, kommen auch viele Studenten und andere Leute in schwierigen finanziellen Situationen vorbei. Nach einem kurzen Dankgebet beginnt der gemeinsame Abend und alle genießen die lockere Atmosphäre. Erst seit sechs Wochen leitet Frederic, auch Freddy genannt, das Team des Neustädter Kirchencafés in Mainz und fühlt sich jetzt schon völlig angenommen. Er begrüßt die Gäste, gibt einen kleinen Impuls nach dem Essen und genießt die Zeit und die Gespräche mit allensichtlich.DasTeam,dashinterderganzen Organisation für diese Nachmittage steht, ist schon sehr eingespielt und so bleibt zwischen den Abläufen genug Zeit, um sich mit den anderen Gästen zu unterhalten.

MANCHES MAL ERZÄHLEN MENSCHEN GANZ OFFEN IHRE GESCHICHTE. SIE ERZÄHLEN VON IHREN BEZIEHUNGEN, DER FAMILIE, VON ZWEIFELN UND IHRER MEINUNG VON GOTT. ES IST WUNDERVOLL ZU SEHEN, WIE DAS NEUSTÄDTER KIRCHENCAFÉ EINE SOL- CHE VERTRAUENSBASIS FÜR DIESEN TIEFEN AUSTAUSCH SCHAFFEN KANN.

Auch in seinem Studium geht es Freddy darum, mit anderen ins Gespräch über Gott und die Welt zu kommen: Er studiert Theologie auf Pfarramt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und

kämpft sich gerade durch Griechisch und Hebräisch. Freddy wird als Kind getauft. Aller- dings lernt er Gott erst mit 16 so richtig kennen. Als er gerade durch eine Zeit geht, in der er mit einer depressiven Episode zu kämpfen hat, merkt er, dass nur Gott ihn aus der Situation heraus- führen kann. Bei einem Worshipabend in einer freien evangelischen Gemeinde, zu dem ihn seine Schwester mitnimmt, merkt Freddy, dass er zu jemandem gehen möchte und für sich beten lassen möchte. Nach diesem Abend fühlt er sich nicht schlag- artig gesund. Seine negativen Gefühle haben sich nicht plötzlich um 180 Grad gedreht. Aber Stück für Stück geht es ihm seit diesem Abend besser.

Seine eigene Geschichte ist einer der Gründe, warum ihm das Neustädter Kirchencafé so gut gefällt. Der Raum, sich zu öffnen und über alles zu sprechen, machen das Neustädter Kirchencafé für ihn zu etwas ganz Besonderem. Freddy ist da- von berührt, wie die Begegnungen im Neustädter Kirchencafé manche Leben verändern können und einige Menschen dadurch wieder im Leben Fuß fassen konnten.

KIRCHE IST FÜR MICH NICHT SO ETWAS, WIE DIE NEUESTE MODE ODER DER NEUE TREND - AUCH WENN DAS HIN UND WIEDER SO AUSSEHEN MAG - DENN JEDER TREND KOMMT AUCH WIEDER AUS DER MODE. KIRCHE BERÜHRT MICH IM TIEFSTEN INNERSTEN. KIRCHE IST NICHT IMMER FANCY UND DER COOLE GOTTESDIENST, IN DEM ALLES PERFEKT IST. KIRCHE IST ABER AUCH NICHT IMMER DIE KALTE, HISTORISCHE STEINKIRCHE MIT DEN UNBEQUEMEN SITZBÄNKEN UND EINER DRÖHNEN- DEN ORGEL.“
— FREDERIC SCHNEIDER
WhatsApp Image 2018-11-17 at 01.43.43.jpeg
tim-arterbury-101472-unsplash.jpg
GeschichteRobert Stoesser