Tatendrang - Eine neue Mission in Mainz

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Wir sind so oft umgezogen, dass ich mich und meine Familie immer als eine Art Wanderzirkus gesehen habe. Da mein Vater Missionar war, bin ich schon an vielen Orten und in vielen Kirchen zuhause gewesen. Als ich nach Mainz gekommen bin, habe ich nach einer Kirche gesucht, die dasselbe Bedürfnis wie ich empfindet: In Aktion zu sein. Denn immer, wenn ich versuche unsere Welt durch Gottes Augen zu betrachten, empfinde ich Tatendrang.

Dieser Tatendrang stellt gleichzeitig die Frage nach meiner Berufung. Ich frage mich oft, was meine nächsten Schritten sein sollten/könnten. Zwar studiere ich General Management, da ich mei- ne Leidenschaft und Stärken in Koordination und Leitung sehe und mir das auch Freude bereitet, aber in meinem Inneren schlummert das Herz eines Sozialarbeiters. Ich möchte für andere da sein. Und deshalb stelle ich Gott oft die Frage, wozu er mich berufen will.

ICH BIN MIR SICHER, DASS GOTT MIR NICHT GRUNDLOS BESTIMMTE INDIVIDUELLE GABEN UND LEIDENSCHAFTEN GEGEBEN HAT UND SUCHE NUN NACH DER MÖGLICHKEIT, DIESE FÜR MICH ZU ERKENNEN, SIE ZU FÖRDERN UND GOTT ZU VERFÜGUNG ZU STELLEN.

So lädt mich mein Freund Alex zu Kirche in Aktion ein. Ich bin erst einige Wochen dabei, als sich dann in einem Gespräch mit Danny die Idee herausstellt, eine neue Community on Mission in Mainz zu gründen, die ein Herz für ältere Menschen hat. Die Idee, dass ich diese Gruppe leiten soll, kam plötzlich und unerwartet und trotzdem war es mir klar, dass ich diese Chance, meine Gaben einzusetzen, ergreifen muss. Nun planen wir ein Projekt, das Senioren in Mainzer Altenheimen besucht. Für mich ist das eine Arbeit, die mir die Möglichkeit gibt, Reich Gottes in Mainz zu bauen. Ich möchte den Menschen mit Dankbarkeit und Freude begegnen und den Senioren in den Alters- heimen, bei denen es doch trotz gutem Willen der Mitarbeiter an Zeit und Möglichkeiten fehlt, für ihre Schützlinge da zu sein, den Lebensabend versüßen und ihnen auch durch den Glauben die Angst vor dem Tod nehmen. Wir wollen dazu beitragen, dass die Leute, auch wenn ihr Körper und Geist altern und sie nun pfle- gebedürftig sind, sich selbst wieder als vollwertige Menschen sehen können. Mit diesen Beziehungen wollen wir außerdem viel von der Weisheit der Senioren lernen.

Zwar befindet sich das Projekt jetzt erst in der Auf- bauphase, aber die ersten Besuche in Altersheimen haben schon vertraute Begegnungen und viel Mo- tivation mit sich gebracht. Es hat mich einfach mit ganz viel Freude gefüllt, zu sehen, wie ich durch einfache Zugewandtheit anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte, die sich selbst meist schon vergessen haben.

ICH WÜNSCHE MIR VON DIESEM PROJEKT, DASS SENIOREN POSITIVE VER- ÄNDERUNG IN IHREM LEBEN ERFAHREN, DURCH DIE ERFRISCHENDE BEGEGNUNG MIT MENSCHEN, DIE IHNEN GEZIELT WERTSCHÄTZUNG, LIEBE, INTERESSE, ABWECHS- LUNG UND ZEIT SCHENKEN. ANDERERSEITS WÜNSCHE ICH MIR ABER AUCH, DASS WIR UNS GEBRAUCHEN LASSEN UND DADURCH SELBST VERÄNDERUNG
DURCH GOTT ERFAHREN.
— Marco Petry