Die Wände sprengen: Mischa Jung über unser Jugendzentrum pipeline

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_WELCHE VERÄNDERUNGEN SIEHST DU ZUR ZEIT IM JUGENDZENTRUM?
Im Moment bildet sich unser Workshopangebot weiter aus, bei dem junge Menschen in ihrer Kreativität und in ihren Fertigkeiten gestärkt werden sollen. Die Anzahl unserer Besucher schwankt immer mal hin und her, bleibt aber insgesamt bei circa 25 regelmäßigen Besuchern.

_INWIEFERN TRETEN SCHWIERIGKEITEN MIT DIESEN VERÄNDERUNGEN AUF?
Unsere Räumlichkeiten sind langsam für größere Gruppen einfach zu klein. Da wir nur einen Raum haben und man sich nicht mal eben nach nebenan verziehen kann, wenn man einen Streit hat, führt das häufig zu Reibereien. Außerdem ist es sehr schwer, gleichzeitig Gruppenangebote und Workshops zu veranstalten und den offenen Treff aufrecht zu erhalten.

_WELCHE POSITIVEN ENTWICKLUNGEN GEHEN AUS DEN VERÄNDERUNGEN HERVOR?
Wir haben eine positive Entwicklung in der Gemeinschaft. Man merkt, wie die Jugendlichen gemeinsam erwachsener werden und wie sich die Lebensgeschichten weiter entfalten. Und wir haben immer mehr das Gefühl, dass wir an vielen Ecken und Enden dabei geholfen haben, dass da einige Dinge in Bewegung gesetzt wurden. Sei es eine angefangene Ausbildung oder Frieden zwischen einzelnen Personen. Kleine Dinge machen Unterschiede und wir sehen viele kleine Veränderungen rundum.

_WAS WÜRDEST DU DIR FÜR DAS NÄCHSTE HAL- BE JAHR FÜR DAS JUGENDZENTRUM WÜNSCHEN?

Ich wünsche mir eine tolle, bezahlbare neue Location für die Pipeline im direkten Umfeld im Brückenviertel in Sachsenhausen mit der Möglichkeit, Beratungsgespräche oder Aktio- nen räumlich getrennt vom offenen Bereich durchführen zu können. Außerdem wünsche ich mir die personellen Möglichkeiten, die Beglei- tung der Jugendlichen zuverlässiger gestalten zu können. Es sollte zu jeder Zeit ein Mitarbeiter zur Verfügung stehen, der Zeit für dringende Ge- spräche hat oder bei den Herausforderungen des Alltags helfen kann. Außerdem wünsche ich mir auch weiterhin eine so wunderbare Gemein- schaft, wie wir sie an vielen Tagen erleben. Ich mag es, wenn in einem Raum Leben herrscht, wenn positive und negative Themen besprochen werden, wenn gespielt und gegessen wird und Leben geteilt wird.

_WO SIEHST DU DAS JUGENDZENTRUM IN FÜNF JAHREN?
Mein Traum wäre, wenn die Pipeline in fünf Jahren nicht nur als Treffpunkt für Jugendliche bekannt wäre, sondern auch als ein Ort, der das Stadt- bild im Bereich Sachsenhausen sichtbar mitprägt und sich in vielfältiger Weise für den Stadtteil einsetzt. Es sollte ein Ort sein, wo Kultur geschieht und wo regelmäßige Konzerte oder Theaterstü- cke aufgeführt werden. Eben ein Stück Heimat, an dem Jugendliche ihr Potenzial zugunsten der Stadt und ihrer eigenen Freude entfalten können.

Nachgefragt?!Robert Stoesser